Personalprobleme
Gutes Personal ist schwer zu finden
Das ist allgemein bekannt und gilt natürlich auch für politische Parteien. Besonders die rechten Parteien scheinen es damit schwer zu haben. Der FDP hat das Personalproblem mehr oder minder das Genick gebrochen, die spielen derzeit absolut gar keine Rolle mehr und das auch aus gutem Grund. Immerhin hat (nicht nur) der Parteichef sich von einem Verlegermilliardär einflüstern lassen, dass es eine gute Idee wäre, eine Bundesregierung zum Kollabieren zu bringen. Was ihnen dann auch gelang.
Und deswegen haben wir nun das Debakel. Die aktuelle Bundesregierung scheint nur aus den Leuten zu bestehen, die nicht schnell genug weggelaufen sind, als klar wurde, dass sie nach der letzten Bundestagswahl die Regierung stellen werden. Anders kann ich mir nicht erklären, wie es zu einem Kanzler Merz gekommen ist. Oder zu einer Ministerin Reiche. Oder wie Klöckner Bundestagspräsidentin werden konnte. Oder Spahn Parteichef. Keine dieser Personen glänzte in der Vergangenheit durch besondere Leistungen oder gar Erfahrungen, die sie für das jeweilige Amt geeignet hätte erscheinen lassen können. Im Gegenteil. Merz hat es ja nicht zum ersten Mal versucht und ist jedes Mal gescheitert. Selbst nach der Bundestagswahl wäre er fast erneut gescheitert. Von Maskenspahn und Nestleklöckner will ich gar nicht erst anfangen. Und Reiche? Lässt sich von der Gasindustrie Argumente pro Gaskraftwerke liefern. Es ist kaum zu glauben, wie schamlos diese Regierung gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung arbeitet.
Merz ist mittlerweile nicht nur der unbeliebteste Bundeskanzler aller Zeiten, er ist weltweit auch noch der unbeliebteste Regierungschef. Unbeliebter noch als Trump. Aber wundert es, wenn der Kanzler das deutsche Volk kollektiv als faul bezeichnet? Oder es des blaumachens bezichtigt? Oder Menschen, die nicht mitteleuropäisch aussehen als Problem im Stadtbild bezeichnet? Bei der Erwähnung von Christians, die Deep-Fake-Pornos ihrer Ex-Frau erstellen auf Gewalt im migrantischen Milieu verweist?
Als er noch in der Opposition saß, setzte er Tweets ab, in denen er den letzten Bundeskanzler, Scholz, bei dem ich mich auch gefragt habe, wie man auf die Idee kam, ihn für eine gute Wahl zu halten, dafür kritisierte, dass er trotz geringer Zustimmung in der Bevölkerung scheinbar nicht darüber nachdenkt, seine Politik zu ändern. Was er jetzt selbst nicht tut.
Innerhalb der Union und ihrer Anhänger bzw. Wähler scheint all das aber kaum eine Rolle zu spielen. Ja, gut, anstatt die AfD zu halbieren hat Merz sie verdoppelt und gibt mit jedem weiteren Fehltritt weitere Stimmen an sie ab. Aber trotzdem wählen erstaunlich viele Menschen weiterhin stur die Union. Was ist mit diesen Menschen? Lesen die alle keine Zeitung oder verstehen sie nicht?
Fazit
Ich habe noch nie viel von dieser Partei gehalten, auch nicht unter Merkel. Dass ich mir die Teflonkanzlerin irgendwann mal zurückwünschen würde, hätte ich auch nicht gedacht, aber aktuell bin ich kurz davor. Die Regierung Merz scheint die einfachsten Zusammenhänge nicht zu verstehen. Oder es ist ihnen egal, dass sie mit ihrer erratischen und völlig planlosen Politik der in Teilen rechtsextremen AfD in die Karten spielen. Mit jedem nicht eingehaltenen Wahlversprechen und jeder weitergetragenen rechtsextremen Position sorgt Merz und seine Entourage für noch mehr verlorene Stimmen an die AfD. Wenn wir also eines nicht so schönen Tages wieder von Nazis regiert werden, dann waren es wieder mal die Konservativen, die es vergeigt haben.
Danke, Merz.