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Warum

Das frage ich mich permanent. Warum wählen so viele die Union? Sind das alles Gewohnheitswähler, die einfach immer das wählen, was sie beim letzten Mal gewählt haben? Ignorieren die alle, wie fehlerhaft und rückwärtsgewandt die Politik dieser Partei ist? Wie sehr ihre Kommunikation durch Schuldzuweisungen geprägt ist?

Wieso hält sich die Ansicht, dass die Union über Wirtschaftskompetenz verfügt? Gerade Zukunftsbranchen werden immer wieder unter einer Unions-geführten Regierung heruntergewirtschaftet. Ob es nun die Elektrifizierung der Automobilbranche ist, Solartechnologie oder, noch viel länger zurückliegend, Glasfaser. Es ist immer die Union die blockiert, die populistische Politik macht, um an altem, überholtem festzuhalten und damit Deutschlands Konkurrenzfähigkeit international zu beeinträchtigen. Unser Gottkanzler Merz prägt die Erzählung, dass die Deutschen nicht genug arbeiten, nicht produktiv genug sind und will das mit Mehrarbeit beheben. Die Produktivitätszuwachse der letzten Jahrzehnte kamen eben nicht durch mehr Arbeit, sondern durch Optimierung, Automatisierung und, ja, Fortschritt. Etwas, was die Union nicht will. Vermutlich, weil ihre Kernwählerschaft deutlich jenseits der 50 ist und diese Altersgruppe sich vermutlich mit Änderungen deutlich schwerer tut, als es bei der jüngeren Generation der Fall ist.

Frau Reiche macht gerade das, was ihr Name suggeriert: sie macht die Reichen noch reicher, anstatt an die Zukunft des Landes zu denken. Sie investiert Unsummen in veraltete Technologien und Technologien, die auf Jahrzehnte nicht nutzbar sein werden, nur, um mit veralteten Geschäftsmodellen weiter Profite zu machen. Zugunsten weniger, zulasten fast aller und erstrecht zulasten der kommenden Generationen. Aber damit muss sich die aktuelle Führung der Union nicht mehr herumschlagen, das erleben sie allesamt nicht mehr oder höchstens noch im Ruhestand, der natürlich auch hervorragend abgesichert ist.

Don’t get me wrong, Staatsdiener sollten ein gutes Gehalt bekommen, das macht sie, in der Theorie wenigstens, resistent gegen Bestechungen, aber da in Deutschland jede:r Bundestagsabgeordnete nebenher so viel verdienen darf, wie er:sie will, ist das leider nur blanke Theorie. Als ob die Diäten nicht für ein gutes Leben reichen würden und man mit dem politischen Tagesgeschäft der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt nicht genug zu tun hätte. Aber da scheint immer noch Zeit für den einen oder anderen Vorstandsposten zu sein, der allem Anschein nach kaum Arbeit mit sich bringt. Oder eben doch, das würde wenigstens die An- bzw. Abwesenheit vieler in den Sitzungen erklären.

Ich will nicht sagen, dass alle anderen Parteien fehlerfrei sind, aber die Union scheint absolut kein Interesse am Land oder dessen Bevölkerung zu haben. Es geht ihnen nur um den Machterhalt. Sie selbst werfen dem politischen Gegner Schmutzkampagnen vor, dabei besteht der mehr oder weniger ganze Wahlkampf der Union darin, über den politischen Gegner herzuziehen und ihm Autofeindlichkeit, fehlende Wirtschaftskompetenz oder gar fehlende Bürgernähe vorzuwerfen. Schön zu sehen, dass das in München nicht mehr funktioniert. Aber bundesweit greift es eben leider doch. Viele glauben den Unsinn, den die Union in die Mikrofone dieser Republik schreit oder auf ihre Wahlplakate schreibt. Faktenbasierte Politik ist nicht zuletzt wegen der Taktik der Union immer schwieriger geworden und hat der AfD den Weg geebnet. Nein, es war nicht die vermeintlich schlechte Politik aller anderen, es war die Union, von der Merz ja meinte, er könne die AfD halbieren. Das Gegenteil ist passiert. Die Union bricht ein Versprechen nach dem anderen und trotzdem bleiben so viele ihr treu. Warum?

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